Was versteht man unter Psychohygiene?

Ein Mensch sagt, und ist stolz darauf
ich geh in meinen Pflichten auf.
Doch bald darauf, nicht mehr so munter
geht er in seinen Pflichten unter.
Eugen Roth

Psychohygiene gilt als die Wissenschaft und Praxis von der Erhaltung der seelischen Gesundheit (siehe auch ‚Hygiene‘). Sie beschäftigt sich mit Lebensumständen, die sich begünstigend oder schädigend auf den menschlichen Organismus auswirken (siehe dazu auch den Beitrag ‚Psyche, was ist das?‘)

Ziel ist die Frühentdeckung der Beeinträchtigung psychischer Gesundheit, Aufklärung und Prävention. Die Psychohygiene als ein Teilbereich der Hygiene und Gesundheitsvorsorge beeinflusst alle Aktivitäten des täglichen Lebens, sowohl die physiologischen, als auch die psychologischen und geistigen (siehe dazu die Beiträge ‚Burnout – tiefer geblickt und ‚Burnout – Mensch und Arbeit am Scheideweg‚) .

Ziel der Psychohygiene ist es, im Rahmen der Gesundheitsvorsorge und gesunden Lebensführung, psychische Belastungen zu reduzieren bzw. nach Möglichkeit auszuschalten. Belastungen lassen sich in Leistungsdruck, beruflicher Beanspruchung, starke Emotionen, Aufregung, Spannung und Angst differenzieren, wobei diese Auswirkungen auf die psychische, physische und soziale Integrität des Menschen haben und als Stressfaktoren bezeichnet werden.

Wie wird  ’seelische Gesundheit‘ definiert?

Was einem sowohl assoziativ als auch im Internet sofort begegnet ist der Gegenbegriff zu ’seelisch gesund‘, nämlich ’seelisch erkrankt‘. Dazu liest man ‚: „Menschen mit psychischen Erkrankungen haben nach wie vor mit Stigmatisierung zu kämpfen. Für die Betroffenen sind Zurückweisung und Ausgrenzung eine enorme Belastung.“

Psychohygiene, so lässt sich also schlussfolgern, hat  zur Aufgabe, psychischer Erkrankung vorzubeugen. Ergebnis guter Psychohygiene ist ‚Resilienz‘.

„Resilienz“ stammt aus dem Englischen (resilience) und kann mit Widerstandsfähigkeit (Elastizität oder Spannkraft) übersetzt werden. Der Begriff meint die Fähigkeit, mit belastenden Situationen gut umgehen zu können.

Wesentliche Faktoren, die Resilienz beeinflussen, sind die Familie des Betroffenen, seine Kultur, seine schulische Umgebung, seine Intelligenz, insbesondere seine emotionale Intelligenz, d. h., seine Fähigkeit, Emotionen und Handlungen zu kontrollieren und seine mehr oder weniger ‚pro-aktive‘ Einstellung zu Problemen (Neigung zum Verharren in Problemtrance / Problemfixierung oder aber Problemlösungsorientierung).

Einige Gruppen von Menschen erweisen sich als besonders resilient. Das sind in der Regel solche, die einen starken Zusammenhalt haben, eher kollektivistisch als individuell orientiert sind und sich durch starke Werte auszeichnen, die von den meisten Leuten aus der entsprechenden Gruppe geteilt werden (in der Resilienzforschung als „shared values“ bezeichnet).

Siehe Wikipedia Artikel: Resilienz

Wie kann aber Psychohygiene in einer hochindividualisierten Leistungsgesellschaft möglich gemacht werden? In einer Gesellschaft, in welcher der soziale Zusammenhang immer zufälliger wird und damit die Stabilität und Tragfähikgeit von Beziehungen abnimmt?

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Nik Wallenda (34)  auf einem Hochseil über den Grand Canyon

Antwort: Indem man ‚balancieren‘ lernt, auf auf dem ’schmalen Grat‘ zwischen gegensätzlichen Anforderungen zu gehen lernt, d.h. indem ‚geistig und mental höchst beweglich wird.‘ Das setzt die ‚Fähigkeit voraus, alle Überzeugungen ‚einklammern‘ zu können  und ‚ganz da zu sein‘, d.h. alles was überhaupt wert ist getan zu werden, auch mit ‚ganzer Aufmerksamkteit zu tun‘ (Stichwort: Flow).

„Volle Aufmerksamkeit besteht darin, das Denken auszusetzen, den Geist verfügbar, leer und für den Gegenstand offen zu halten, die verschiedenen bereits erworbenen Kenntnisse, die man zu benutzen genötigt ist, in sich dem Geist zwar nahe und erreichbar, doch auf einer tieferen Stufe zu erhalten, ohne dass sie ihn berührten. Der Geist soll hinsichtlich aller besonderen und schon ausgeformten Gedanken einem Menschen auf einem Berge gleichen, der vor sich hinblickt und gleichzeitig unter sich, doch ohne hinzublicken, viele Wälder und Ebenen bemerkt. Und vor allem soll der Geist leer sein, wartend, nichts suchend, aber bereit, den Gegenstand, der in ihn eingehen wird, in seiner nackten Wahrheit aufzunehmen.“ – Simone Weil

Der Dichter Franz Kafka hat dazu folgendes angemerkt: „Die Wahrheit ist das, was jeder Mensch zum Leben braucht und doch von niemand bekommen oder erstehen kann. Jeder Mensch muss sie aus dem eigenen Innern immer wieder produzieren, sonst vergeht er. Leben ohne Wahrheit ist unmöglich. Die Wahrheit ist vielleicht das Leben selbst.“

Siehe dazu auch: Psychoneuroimmunologie,  ‚Widerstandskraft entwickeln – aber wie?‚, ‚Output ohne Input, das geht auf Dauer nicht‘ und ‚Wohlwollend neutrales Beobachten‘ und Entspannungsmusik

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Schwarzer Humor hilft

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A semi-divine and essentially ignorant creature

According to the Gnostics, this world, the material cosmos, is the result of a primordial error on the part of a supra-cosmic, supremely divine being, usually called Sophia (Wisdom) or simply the Logos. This being is described as the final emanation of a divine hierarchy, called the Plêrôma or „Fullness,“ at the head of which resides the supreme God, the One beyond Being. The error of Sophia, which is usually identified as a reckless desire to know the transcendent God, leads to the hypostatization of her desire in the form of a semi-divine and essentially ignorant creature known as the Demiurge (Greek: dêmiourgos, „craftsman“), or Ialdabaoth, who is responsible for the formation of the material cosmos. This act of craftsmanship is actually an imitation of the realm of the Pleroma, but the Demiurge is ignorant of this, and hubristically declares himself the only existing God. At this point, the Gnostic revisionary critique of the Hebrew Scriptures begins, as well as the general rejection of this world as a product of error and ignorance, and the positing of a higher world, to which the human soul will eventually return. However, when all is said and done, one finds that the error of Sophia and the begetting of the inferior cosmos are occurrences that follow a certain law of necessity, and that the so-called „dualism“ of the divine and the earthly is really a reflection and expression of the defining tension that constitutes the being of humanity—the human being.

 

 

 

Living the Uncalculated Life

 

 

What Do You Desire?

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Egozentrismus

Selbstverliebt

Aus einer externen Beobachgterperspektive (3.Person-Perspektive) könnte man sagen: Egozentrismus ist ein Mindset / eine mentale Grundhaltung, die davon ausgeht, dass der eigenen, subjektiven Sicht ein objektiver Status zukommt. Alles dreht sich um mich, ich bin der wahre Mittelpunkt des Universums.

Egozentrik am Beispiel einer ‚Prinzessin/Diva‘:

„Das extreme Bedürfnis nach Anerkennung und der hohe Anspruch an sich selbst befeuern die Einstellung der Diva, selbst unfehlbar und stets besser als andere sein zu wollen. Wenn es nach ihr ginge, wäre sie längst in einer viel höheren Position. Diven leiden oft an einer verzerrten Selbsteinschätzung. Sie bergen für die Zusammenarbeit viel Konfliktpotenzial und lassen sich nur sehr schwer in ein Team integrieren. Besonders explosiv wird es, wenn eine Diva auf eine andere trifft. Dann fühlt sich die Diva nämlich in ihrer Dominanz beschränkt, was sofort ein starkes Konkurrenzdenken in ihr erzeugt.

Auf den Punkt gebracht zeichnet sich die Diva aus durch: Egozentrik, Dominanz, emotionale Instabilität, ein großes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, Gier nach Anerkennung, Sensibilität, mangelnde Kritikfähigkeit und eine geringe Bereitschaft, sich unterzuordnen und im Team zu arbeiten.

Und die Stärken? Natürlich kann die Diva über viel Fachkompetenz verfügen und ausgesprochen charmant sein. Insbesondere in neuen Kontexten gelingt es ihr häufig, Sympathien zu erwerben. Wenn die Rahmenbedingungen für sie stimmen und sie extrem viel Anerkennung bekommt, ist mit ihr durchaus gut Kirschen essen. Es bleibt jedoch anstrengend – der andere hat in ihrem Bewusstsein nicht wirklich Platz.“ – Quelle: Egozentrische Mitarbeiter, Wie Sie Diven ins Team integrieren

Und im Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik ist unter dem Stichwort ‚Egozentrismus‘ u.a. folgendes zu lesen:

„Der Begriff Egozentrismus oder Egozentrizität geht auf den Schweizer Entwicklungspsychologen Jean Piaget zurück, der damit vor allem eine kindliche Geisteshaltung beschreibt. Man bezeichnet damit allgemein vor allem die Unfähigkeit, sich in die Rolle eines anderen hineinzuversetzen bzw. den Blickwinkel eines anderen einzunehmen. So besitzt ein egozentrisches Kind keine Vorstellung über sein eigenes „Ich“, d.h., Gegenstände existieren nicht, wenn sie etwa außerhalb des Gesichtsfeldes sind (aus den Augen – aus dem Sinn). Dieses Denken besteht während der gesamten Kindheit. Dies zeigt sich vor allem am klarsten beim Säugling, welcher nicht einmal die Hände und Füße als Teile seines Körpers empfindet. Menschen beziehen sich bei der Einschätzung ihrer Mitmenschen und ihrer Umwelt auf sich selbst, und tendieren dazu, den eigenen Gemütszustand auf andere zu projizieren. In der Adoleszenz entsteht bei Jugendlichen eine weitere Form egozentrischen Denkens, da sie davon überzeugt sind, dass die Aufmerksamkeit anderer stets auf sie gerichtet ist und ihre Gefühle und Erfahrungen einmalig sind. Aufgrund dessen verhalten sie sich häufig so, als würden sie von einem imaginären Publikum beobachtet werden. In der Entwicklungsphase der Adoleszenz besteht ein einger Zusammenhang zwichen Egozentrismus und Identität.“ (Stangl, 2019).

Diese Beschreibungen von Egozentrik sind aber voll von stillschweigernd vorausgesetzten anthropoligischen und psychologischen Annahmen. Um diese sichtbar machen zu können empfiehlt sich ein elementarer Zugang zur Thematik, nämlich der Rückgriff auf das Wechselspiel von Text und Kontext im Rahmen menschlicher Kommunikation.

EGOZENTRIK  wäre aus dieser Perspektive als spontan gelebte De-Kontextualisierung  kontextualer Ereignisse zu definieren. Was heißt das?

Denn einzelne Äußerungen/ Texte (‚kommunikative Akte‘)  stehen immer in Kontexten / entspringen immer ‚umgebenden Textierungen‘: es sagt immer jemand in einer bestimmten Situatioetwas zu einer oder mehreren anderen Person(en); und diese Situation (bzw. die K-Partner) hat/haben immer eine Vorgeschichte und zumeist auch eine Nachgeschichte (außer wenn die Kommunikation für alle Beteiligten und alle Beobachter tödlich endet)

Das nötige Kontextverständnis wird vom Sprecher / Schreiber vorausgesetzt (‚implizit‘); in  traditionsgeleiteten  Gesellschaften funktioniert das einigermaßen gut (sofern die Lebensgemeinschaften und Lebensstile für alle Beteiligten überschaubar bleiben)

Besonders in modernen individualisierten Kontexten führen das stillschweigende voraussetzen von adäquatem Kontextwissen jedoch rasch zum Zusammenbruch der Kommunikation, zu K-Blockaden und unauflösbaren Missverständnissen bzw. unlösbaren Konflikten (‚Turmbau zu Babel‘) ► systematisches Aneinander ‚Vorbeireden‘, ‚lost in translation‘, Rückzug ins „Fachchinesisch“, ins ‚fachsimpeln‘, ‚Expertenstreit‘, etc.

Monologische Lösungsversuche  durch ‚Normierung‘ der Kommunikation und der Normierung der Lösung von  Konflikten durch Recht und Ideologie (vorherrschende ‚Diskursformate‘), und Propagierung handlungsleitender ‚Narrative‘ / theoretischer Sichtweisen (Paradigmen); Leitlinien, Standards, etc.

Dialogische Lösungsversuche: Erkunden des stillschweigenden vorausgesetzten Kontextwissens aus einer Position ‚wohlwollender Neutralität‘ = Kipp-Punkt der Gestaltwahrnehmung bei Kipp-Bildern = Training von ‚Kontextsensibilität‘ der K-Partner. ► dieser Prozess führt zur Erarbeitung des notwendigen gemeinsamen Kontextwissens und zur Relativierung der ursprünglich stillschweigend vorausgesetzten ‚Selbstverständlichkeiten‘ (Gestaltwahrnehmung, Figur/Hintergrund)

Jede Lebensäußerung macht ‚Sinn‘, wenn der Kontext verstanden wird, dem sie entspringt. Diese Kontexte werden aber in monologischen Diskurspraktiken ‚aktiv‘ der bewussten Verfügung der K-Teilnehmer entzogen ► durch gezielte (‚strategische‘) MONOLOGISCHE DEKONTEXTUALISIERUNG = Unbewusstmachung  der ursprünglichen Kontexte

Dekontextualsierung (von Kommunikation und Wissen) führt zu Verwirrung (Konfusion) und all den komisch bis verheerend wirksamen K-Paradoxien ► Neurotisierung & Psychotisierung von  Menschen, führt zu den bekannten Öko-Krisen, all den unerwünschten und fatalen ‚Nebenwirkungen‘, den unlösbar werdenden Konflikten, und führt letztlich zu Vereinsamung (Isolierung) und voranschreitender Demenz und Sklerotisierung

Es geht also um das Freilegen des Erkennens der Perspektivität jeder personalen Wahrnehmung und all daraus abgeleiteter Äußerungen / Handlungen / Verhaltensweisen der K-Partner.

Die ‚ultimative Kontextwahrnehmung‘ jeder Lebensäußerung ist aber die ‚unmittelbare (= unvermittelte) Wahrnehmung‘ dessen, was gerade der Fall ist = ‚Wahrnehmung ohne Wahrnehmenden‘ (analog zur ‚flow-Wahrnehmung‘, welche als Metapher dafür dienen kann, was damit gemeint ist).

Der personale ‚ICH-KERN‘ einer solchen Person ist ‚kontextsensibel‘, d.h. ‚durchlässig‘ geworden, er entsteht mit jeder Wahrnehmungsänderung jeden Augenblick neu, weil er  jeden Augenblick vergeht. Alles Wahrnehmen ist ein Prozess, der triadisch strukturiert ist: Wahrnehmender-Wahrnehmung-Wahrgenommenes. Es  gibt damit keine von der Wahrnehmung unabhängige Wirklichkeit, ebenso gibt es aber auch keinen vom aktuellen Wahrnehmen unabhängigen Wahrnehmenden. Und somit gibt es auch keine Wahrnehmung ohne die Dualität des Erscheinens eines Wahrnehmenden (‚Subjekt‘) und eines Wahrgenommenen (‚Objekt‘).

Der Egozentriker setzt seine Wahrnehmungen und damit sich selber für absolut und  verkennt damit den Prozesscharakter der scheinbar fixierten Wirklichkeit. Der Text seiner Selbst- und Welterzählung wird als zeitlos wahr und allgemeingültig hingestellt.

Wenn Egozentriker aufeinandertreffen, dann entstehen zwischen ihnen sofort unlösbare Konflikte (aber in Folge damit auch unlösbare Konflikte im Inneren der Person).

Ultima ratio: Gewalt / Krieg in allen Formen und Formaten.

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The return of scapegoating in our times

 

Reference: Rene Girard, „Mimesis and Violence: Perspectives in Cultural Criticism,“ Berkshire Review 14 ( 1979): 9-19

By a scapegoat effect I mean that strange process through which two or more people are reconciled at the expense of a third party who appears guilty or responsible for whatever ails, disturbs, or frightens the scapegoaters. They feel relieved of their tensions and they coalesce into a more harmonious group. They now have a single purpose, which is to prevent the scapegoat from harming them, by expelling and destroying him.

Scapegoat effects are not limited to mobs, but they are most conspicuously effective in the case of mobs. The destruction of a victim can make a mob more furious, but it can also bring back tranquility. In a mob situation, tranquility does not return, as a rule, without some kind of victimage to assuage the desire for violence. That collective belief appears so absurd to the detached observer, if there is one, that he is tempted to believe the mob is not duped by its own identification of the scapegoat as a culprit. The mob appears insincere and hypocritical. In reality, the mob really believes. If we understand this, we also understand that a scapegoat effect is real; it is an unconscious phenomenon, but not in the sense of Freud.

How can the scapegoat effect involve real belief? How can such an effect be generated without an objective cause, especially with the lightning speed that can often be observed in the case of the scapegoating mobs? The answer is that scapegoat effects are mimetic effects; they are generated by mimetic rivalry itself, when it reaches a certain degree of intensity. As an object becomes the focus of mimetic rivalry between two or more antagonists, other members of the group tend to join in, mimetically attracted by the presence of mimetic desire.

Mimesis is mimetically attractive, and we can assume that at certain stages, at least in the evolution of human communities, mimetic rivalry can spread to an entire group. This is what is suggested by the acute disorder phase with which many rituals begin. The community turns into a mob under the effect of mimetic rivalry. The phenomena that take place when a human group turns into a mob are identical to those produced by mimetic rivalry, and they can be defined as that loss of differentiation which is described in mythology and reenacted in ritual.

We found earlier that mimetic rivalry tends toward reciprocity. The model is likely to be mimetically affected by the desire of his imitator. He becomes the imitator of his own imitator, just as the latter becomes the model of his own model. As this feedback process keeps reinforcing itself, each constitutes in the other’s path a more and more irritating obstacle and each tries to remove this obstacle more and more forcefully. Violence is thus generated. Violence is not originary; it is a by-product of mimetic rivalry. Violence is mimetic rivalry itself becoming violent as The antagonists are caught in an escalation of frustration. In their dual role of obstacle and model, they both become more and more fascinated by each other. Beyond a certain level of intensity they are totally absorbed and the disputed object becomes secondary, even irrelevant. judging from many rituals, their mutual fascination can reach the level of a hypnotic trance. That particular condition becomes the principal goal of certain religious practices under the name of possession.

At this paroxystic level of mimetic rivalry, the element of mimicry is still around, more intense than ever. It has to focus on the only entities left in the picture, which are the antagonists themselves. This means that the selection of an antagonist depends on the mimetic factor rather that on previous developments. Transfers of antagonism must take place, therefore, for purely mimetic reasons. Mimetic attraction is bound to increase with the number of those who converge on one and the same antagonist. Sooner or later a snowball effect must occur that involves the entire group minus, of course, the one individual, or the few against whom all hostility focuses and who become the „scapegoats,“ in a sense analogous to but more extreme than our everyday sense of the word „scapegoat.“ Whereas mimetic appropriation is inevitably divisive, causing the contestants to fight over an object they cannot all appropriate together, mimetic antagonism is ultimately unitive, or rather reunitive since it provides the antagonists with an object they can really share, in the sense that they can all rush against that victim in order to destroy it or drive it away.

If I am right, the contradiction between prohibitions and rituals is only apparent. The purpose of both is to spare the community another mimetic perturbation. In normal circumstances, this purpose is well served by the prohibitions. In abnormal circumstances, when a new crisis seems impending, the prohibitions are of no avail anymore. Once the contagion of mimetic violence is reintroduced into the community, it cannot be contained. The community, then, changes its tactic entirely. Instead of trying to roll back mimetic violence it tries to get rid of it by encouraging it and by bringing it to a climax that triggers the happy solution of ritual sacrifice with the help of a substitute victim. There is no difference of purpose between prohibitions and rituals. The behavior demanded by the first and the behavior demanded by the disorderly phase of ritual are in opposition, of course, but the mimetic reading makes this opposition intelligible. In the absence of this reading, anthropologists have either minimized the opposition or viewed it as an insoluble contradiction that ultimately confirmed their conception of religion as utter nonsense. Others, under the influence of psychoanalysis, have viewed the transgressive aspect of ritual, in regard to prohibitions as an end in itself, in keeping, of course, with the contemporary ethos and its predilection for disorder, at least among intellectuals who feel, perhaps, they do not have enough of it in their own lives.

Religion is different, and the purpose of ritual is reconciliation and reordering through sacrifice. The current views of ritual as essentially transgressive are given a semblance of credibility by the fact that long before anthropologists and psychoanalysts showed up on the scene, the religious believers themselves had often lost touch with the unity of purpose of their various religious practices and begun to perceive the opposition between prohibitions and ritual as an unintelligible contradiction. And they normally tried to cope with this contradiction either by minimizing it and making their prohibitions less stringent as well as their rituals less disorderly or on the contrary by emphasizing and „maximizing“ so to speak the opposition and turning their rites into the so-called festival that presents itself explicitly as a period of time in which the social rules and taboos of all kinds do not apply.

…….

Mythology and religious cults form systems of representation necessarily untrue to their own genesis. The episode of mimetic violence and reconciliation is always recollected and narrated, as well as reenacted, from the perspective of its beneficiaries, who are also its puppets. From the standpoint of the scapegoaters and their inheritors — the religious community — there is no such thing as scapegoating in our sense. A scapegoat effect that can be acknowledged as such by the scapegoaters is no longer effective, it is no longer a scapegoat effect. The victim must be perceived as truly responsible for the troubles that come to an end when it is collectively put to death. The community could not be at peace with itself once more if it doubted the victim’s enormous capacity for evil. The belief in this same victim’s enormous capacity for doing good is a direct consequence of that first belief. The peace seems to be restored as well as destroyed by the scapegoat himself.

An arbitrary victim would not reconcile a disturbed community if its members realized they are the dupes of a mimetic effect. I must insist on this aspect because it is crucial and often misunderstood. The mythic systems of representation obliterate the scapegoating on which they are founded, and they remain dependent on this obliteration. Scapegoating has never been conceived by anyone as an activity in which he himself participates and may still be participating even as he denounces the scapegoating of others. Such denunciation can even become a precondition of successful scapegoating in a world like ours, where knowledge of the phenomenon is on the rise and makes its grossest and most violent forms obsolete.

⊃ Scapegoating can continue only if its victims are perceived primarily as scapegoaters.

Traces of an act of collective scapegoating that has effectively reconciled a community are elusive since the phenomenon is necessarily recollected from the deluded standpoint it generates. At first sight, this situation seems discouraging, but in reality it is highly favorable to the demonstration of my thesis: features that characterize the deluded standpoint of the scapegoaters are easily ascertainable. Once they are ascertained, we can verify that they are really present in primitive mythology; they constitute the constants or near constants of that mythology, in contradistinction to the variables, which are quite significant as well but demand lengthier analysis. The victim cannot be perceived as innocent and impotent; he (or she, as the case may be) must be perceived if not necessarily as a culprit in our sense, at least as a creature truly responsible for all the disorders and ailments of the community, in other words for the mimetic crisis that has triggered the mimetic mechanism of scapegoating. We can verify, indeed, that the victim is usually presented in that fashion. He is viewed as subversive of the communal order and as a threat to the well-being of the society. His continued presence is therefore undesirable and it must be destroyed or driven away by other gods, perhaps, or by the community itself.“

RENÉ GIRARD, THE GIRARD READER. Edited by James G. Williams, The Crossroad Publishing Company 370 Lexington Avenue, New York 2000, p. 11ff

***

And today? Ohhhhh……….

VICTIMS FIGHT VICTIMS:

IMMIGRANTS TODAY ARE THE OUTPOSTS OF THE GREAT ‚UNKNOWN‘ – THE UNWELCOME MESSAGERS OF THE BREAKDOWN OF OUR CIVILISATION

Modernity has two powerful characteristics that constantly produce redundant people, who can’t be accommodated—the people that don’t fit. The first is the order-building characteristic: modernity is obsessively ordering a chaotic reality. Inevitably this produces conflicting loyalties, diasporas and migration, since there are redundant people, who don’t fit the image of order prescribed by modernity. The second characteristic is economic progress, which makes human labor less and less valuable, so that people lose their skills and personal capital and need to move elsewhere.

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Swimming with the river


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Gut sein lassen…

Etwas ‚gut sein lassen‘: über diese schöne Redewendung bin ich heute in meiner Arbeit quasi ‚gestolpert, besser: sie ist mir während eines Gesprächs entschlüpft.

Etwas gut sein lassen, gut!

Sehen dass etwas gut genug ist, nicht weiter verbessert werden muss, auch wenn es unvollständig ist.

Etwas kann auch vollständig unvollständig sein, nein, fast alles im Leben ist in diesem Zustand.

‚Etwas gut sein lassen‘ meint damit auch – etwas vollständig wahrnehmen können, auch fremde und eigene Unvollkommenheiten.

Das ist eine Sicht auf sich und die Welt, die aus tiefster innerer Ruhe kommt. Das ist Ausdruck einer Haltung. Was immer man in dieser Haltung tut und lässt, wird gut sein, gut wirken.

So kann auch spontan und stimmig gesagt werden: „Genug, es reicht für jetzt!“

Wer das kann, der kann von Glück reden.

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It is the nature of the mind to roam about……

You are the Self, here and now. Leave the mind alone, stand aware and unconcerned and you will realize that to stand alert but detached, watching events come and go, is an aspect of your real nature. Mind states, however wonderful, are not lasting. They come and go and there is no knowing when they will come back.

How can an unsteady mind make itself steady? Of course it cannot. It is the nature of the mind to roam about. All you can do is to shift the focus of consciousness beyond the mind. Refuse all thoughts except one: the thought ‘I am’. The mind will rebel in the beginning, but with patience and perseverance it will yield and keep quiet. Once you are quiet, things will begin to happen spontaneously and quite naturally, without any interference on your part. Just live your life as it comes, but alertly,watchfully, allowing everything to happen as it happens, doing the natural things the natural way, suffering, rejoicing — as life brings. This also is a way. True happiness cannot be found in things that change and pass away. Pleasure and pain alternate inexorably. Happiness comes from the Self and can be found in the Self only. Find your real self and all else will come with it. It is not your real being that is restless, but its reflection in the mind appears restless because the mind is restless. It is just like the reflection of the moon in the water stirred by the wind. The wind of desire stirs the mind and the ‘me’, which is but a reflection of the Self in the mind, appears changeful. But these ideas of movement, of restlessness, of pleasure and pain are all in the mind. The Self stands beyond the mind, aware, but unconcerned.

M. Nisargadatta, I AM THAT, Ch. 8

„……. The question that has no answer is the question to which you are the answer. In other words, to work with the question ‚who am I?‘ you must start from the truth: that you are. The question then becomes: ‚how can I enrich my appreciation of that I am?‘ The only way to do this is to enrich the question. And the question must be a natural, authentic, original question. It must be your question.

See also:

„……there are hoards of others to tell you what to do and what not to do; keep away from all of them, so far away that you cannot find yourself or any other. You too would like to play with all of them who are waiting for you but then the play becomes so complicated and entertaining that you will be lost. You should never be here too much, be so far away that even you cannot find yourself.“ – Keep far away

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