Was uns Pandemien über Gesundheit beibringen könnten

Was bedeutet ‚Gesundheitspolitik‘ in Zeiten einer globalen Pandemie?

Es bedeutet vor allem dieses:

Prävention von Pandemien, Kompetenz im Umgang mit einem alltäglich gewordenen gefährlichen Virus (‚Hygiene) und Optimierung der Behandlungsmöglichkeiten schwer Erkrankter.

Hoch ansteckende Krankheiten machen uns primär eines klar: gemeinsam fallen wir, gemeinsam steigen wir. Was soviel heißt, wir als vergesellschaftete Wesen, die nur in Beziehung vorkommen, sind als gesellschaftliche Wesen herausgefordert, für gesundheitsfördernde Beziehungen (Umweltbeziehungen, Sozialbeziehungen, Selbst-Beziehungen) zu sorgen. Ansonsten holt uns diese Tatsache in Form von unkontrollierbarem Massenleid eines Tages unaufhaltsam ein.

Wir erleben selbiges gerade, sind mitten in einer solchen Situation.

Der kollektive Charakter von Gesundheit und Krankheit wird aber durch die notwendige hygienische Maßnahmen der physischen DISTANZIERUNG und sozialen ISOLIERUNG als Intervention zur Unterbrechung eines explodierenden Infektionsgeschehens verschleiert. Jeder ist potentieller Überträger der Krankheit, somit ein potentieller ‚Gefährder‘ der Anderen. Haltet Abstand voneinander, wascht die Hände und tragt Mundschutz! Es liegt an jedem Einzelenen, an der Eigenverantwortung, ob WIR das Virus „in den Griff bekommen, oder nicht.“ – So lauten die aktuellen Botschaften. Und wenn sie nicht ausreichend ‚greifen‘, gibt es wieder einen ‚Lockdown‘ des gesellschaftlichen Lebens. Als eine Art ‚Strafe‘ für ‚Fehlverhalten’…..

So findet jene problematische Remoralisierung von Krankeit und Gesundheit statt, welche die naturwissenschaftlich ausgerichtete Medizin zu überwinden trachtete. Gesundheitspolitik als Einfallstor sozialer Kontrolle und Macht (‚Biopolitik‘). Wir opfern unsere Freiheit der ‚Risikominimierung‘: exkludieren wir doch gemeinsam potentielle Gefährder!

Eine ALTERNATIVE dazu wäre das Verlassen dieses Wegs der sozialen Spaltung und Stärkung des Bewusstseins unserer gegenseitigen Abhängigkeiten: gemeinsam fallen wir, gemeinsam steigen wir. Bedeutet konkret: erkennen, wie gefährlichen Viren in menschliche Habitate eindringen bzw. wir als Menschen in natürliche Habitate von Tieren eindringen, welche dann gefährliche Viren auf uns übertragen; dass wir alle für eine gesunde Umwelt verantwortlich sind, anstatt wie wild drauflos zu produzieren und konsumieren….. . Solidarische Sozialbeziehugen statt sazialer Spaltungen und statt einseitiger Ausbeutungsverhältnisse; und nicht zuletzt eine solidarische Gesundheitspolitik, die nicht marktökonomisch ‚optimiert‘ wird, und mangelnde Versorgung und Vorsorge an Behandlungsmöglichkeiten bewirkt. Und last but not least: sich selber gesund ernähren, gesund bewegen, etc.

Bislang ist der ‚alternative Weg‘ noch nicht einmal ansatzweise politisch beschritten worden. Sich empören und ducken ist halt einfacher……sich innerhalb der Lebensweise bewegen, statt diese zu ändern, das ‚System‘ in Frage zu stellen, sich genau informieren und Unhaltbares beenden.

Na ja, klar, fürs erste siegen immer die ’schrecklichen Vereinafacher‘. Lernprozesse dauern halt. Vielleicht haben wir noch ausreichend Zeit dafür. Darf ich meine Zweifel anmelden?

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