Worüber man nicht sprechen kann…… – aus dem heraus kann und muss man sprechen lernen

Ausgangspunkt

Unser Körper ist nicht für sich alleine da. Erst unsere Denk- und Sprachformen trennen ihn als Begriff vom Nicht-Körper, von der Umwelt ab. Der Körper ist immer und von allem Anfang an in Wechselwirkung mit seiner Mitwelt. Der Körper ist in der Situation, er ist ein situationaler Körper. Wenn wir die Augen zu machen und den eigenen Körper von innen fühlen, bemerken wir das sogleich. Wir stellen dann fest, dass der Körper kein in sich abgeschlossenes Gefäß ist, sondern sich in die Situation hinein „ausdehnt“ und die Situation in den Körper „hereinragt“. Wir spüren die jeweilige konkrete Situation in unserem Körper, und unser Körper verändert die Situation, er „macht“ sie. Unser ganzes Leben lang war unser Körper in dieser „Interaktion mit …..“, er hat sich in dieser Interaktion „gebildet“ und er hat in dieser Interaktion die jeweiligen Situationen „gestaltet“. Er war diese Interaktion, und er „weiß“ von den Situationen, mit denen er eins war, ein Körper-Situation-Phänomen.

Der Körper „kennt“ auch die gegenwärtige, augenblickliche Situation, weil er in und mit dieser Situation ist und sie miterschafft. Jetzt, während Sie das lesen, „weiß“ Ihr Körper etwas über das, was Sie gerade lesen, über das, wie Sie sich damit fühlen; er weiß viel mehr, viel, viel mehr, als Sie sich im Moment explizit bewusst sind und machen können. Alle vergangenen Situationen sind im Körper da und interagieren auf implizite Weise mit dem, was jetzt  gerade vor sich geht. Dadurch erleben Sie die Bedeutungen dessen, was Sie gerade lesen.

Felt Sense

Das, was wir in einer konkreten Situation körperlich fühlen (ohne dass wir es schon explizit in Worten wissen), nennt der Philosoph Gendlin einen >Felt Sense<. Ein Felt Sense ist das körperliche Spüren der Situation. Dieses Gespür ist – vom Standpunkt des expliziten Wissens aus – vage, diffus, unklar. Der Felt Sense ist eine körperliche Stimmung. Man fühlt, dass diese Stimmung mit der Situation, mit etwas im Leben, zu tun hat; man fühlt, dass sie bedeutungsvoll ist, auch wenn man nicht gleich weiß, womit sie konkret zu tun hat, welche konkreten Bedeutungen in dieser Stimmung „enthalten“ sind, und man kann nicht gleich sagen, was man spürt. Es „hat“ noch keine Worte.

Sprechsituationen / Gespräche

Stellen wir uns vor: wir sind inmitten eines Gesprächs. Die Argumente gehen hin und her. Man ist sich nicht einig, aber es ist noch nicht eindeutig auf den Punkt gebracht, an was die Uneinigkeit liegt. Der Abtausch der Argumente beschleunigt sich, ohne dass man sich begegnet, ohne dass gegenseitiges Verstehen entsteht oder Fortschritt im Gedankengang. Während man spricht, begleitet einen ein unbestimmter Druck oder ein Unbehagen. Wir achten nicht darauf. Wenn wir uns darauf berufen würden, dann würde unser Gegenüber womöglich misstrauisch. Empfinden ist kein Argument, bekommt als Referenzpunkt leicht esoterischen Anstrich. Wenn man sich diesem „Empfinden“ aber vorurteilsfrei nähert, so muss man ihm ein gewisses Recht eingestehen, ohne dass es einfach „recht hätte“. Denn dieses Unbestimmte (in diesem Fall Druck, Unbehagen oder Unbefriedigtsein) enthält auf eine gewisse Weise die Situation des Gesprächs – aneinander vorbeizureden, nicht weiterzukommen. Dieser unbefriedigende Zustand, der weder ein klares Gefühl ist, noch einen klaren Inhalt hat, treibt unsere Versuche, die richtigen Worte zu finden, dem Gespräch die entsprechende Wendung zu geben. Wenn die entsprechende Wendung schliesslich doch gekommen ist, dann verändert sich auch das Empfinden. Wir atmen aus, entspannen uns, lehnen uns vielleicht zurück. Der Druck ist verschwunden, hat sich in etwas anderes verwandelt. Vielleicht fühlen wir nun so etwas wie einen überwundenen Widerstand bzw. eine Weite, von der aus das, was wir sagen wollen, leicht zu sagen ist und sich mit manchem verknüpfen lässt, was uns zuvor noch nicht überschaubar war.

Unsere Sprechsituation scheint deshalb in Verbindung mit einer Art Empfindung, einer gefühlten Schicht, die einer inneren Resonanz auf unsere Situation im Gespräch entspricht, auf das bereits Gesagte wie auf das noch nicht Gesagte. Es ist wie eine „unsichtbare Folie“, die nicht in den Blick gerät, die aber referenziell und kontextuell mitbeteiligt ist, in dem was wir sagen wollen. Aus diesem „sinnhaften Gefühl“ heraus suchen wir unsere Worte, ohne dass sie darin schon fertig enthalten wären. So beschreibt der amerikanische Sprachphilosoph Gene Gendlin:

Für die meisten Menschen scheint das, was noch nicht geformt und gewusst ist, leer zu sein. Man kann aber vertraut sein mit etwas, das weder gewusst noch nicht gewusst, auch nicht dazwischen, eher etwas anderes ist. Es gibt ein breites, direkt-gefühltes Erfahren um die geformten Formen und Dinge, die wir denken und wahrnehmen, herum. […..] Jene, die diese Art körperlicher Aufmerksamkeit nutzen unter welchem Namen auch immer, bemerken, dass dieses Erfahren präzise und herausfordernd geordnet ist, und dennoch braucht es einen weiteren Schritt, der noch nicht existiert.(„To most people what is not yet formed and known seems to be a blank. But one (can be) familiar with something that is neither known nor just unknown and also not something in between, rather something different. There is a thick directly-sensed experiencing under or behind whatever formed forms and things we think and perceive. […] Those who use […] this kind of bodily attention by whatever name find that this kind of experiencing is precisely and demandingly ordered, and yet it demands a further step that does not yet exist.“ (Gene Gendlin: „Five philosophical Talking Points to Communicate with Colleagues who don’t yet know focusing“, siehe http://www.focusing.org/newsletter/sif1-2004/sif1-2004.html, 5. Abschnitt)

Der amerikanische Philosoph nämlich entwickelt unterschiedliche Begriffe von Umwelt, unter denen diejenige, die der Beobachtung entstammt, Umwelt # 1 (environment) genannt wird. Umwelt # 1 ist jene Umwelt, die vom Betrachterstandpunkt aus die Umwelt eines Organismus definiert. Diese Umwelt wird im Kantschen Sinne durch unsere Sinneswahrnehmung und unseren Verstand zugänglich. Umwelt # 2 bedeutet keine andere Umwelt, bedeutet jedoch einen anderen Zugang dazu, wodurch beide Umweltbegriffe nicht eins zu eins nebeneinander zu stehen kommen bzw. verglichen werden können. Umwelt # 2 ergibt sich, indem die Aussenbetrachtung verlassen wird, in der wir – gleichsam untangiert – eine Umwelt aus Gegenständen in ihren jeweiligen Zusammenhängen synthetisieren. Umwelt # 2 entsteht, wenn ein „Datum“ hinzukommt, das in der klassischen Sinneswahrnehmung nicht miteinbezogen ist. Es ist die erlebte Interaktion zwischen dem Organismus und dem ihn Umgebenden. Diese Interaktion besteht als Einheit, die nicht statisch zu verstehen ist, sondern prozesshaft. Nimmt man beispielsweise die Luft als Umgebung des Körpers, so wird dieser Aspekt von Umwelthaftigkeit im Sinne von Gendlins Umwelt # 2 gut sichtbar. Denn die Luft als Umgebung des Körpers wird durch die Interaktion mit der Lunge zu einem Geschehen, Umgebung und Körper sind in dieser Hinsicht nicht mehr voneinander zu trennen: Der lebendige Körper besteht aus der Lungenarbeit, die sich als ein Kontinuum vollzieht in dem Luftzufuhr/ Lungenausdehnung/ Zellstoffwechsel ineinandergreifen. Der Körper besteht aus der engen Interaktion, die als prozessuelle Identität bezeichnet werden kann (denn ohne Luft endet auch der Körper bzw. hört auf, Körper zu sein). Aufgrund dieser Interaktion ist der Körper, wie er ist. Umwelt # 2 setzt somit einen grundlegend anderen Ausgangspunkt an, weil sie nicht von Entitäten, sondern von deren ursprünglichen Interaktion ausgeht. Viele Prozesse mögen in Interaktionen involviert sein, viele unterschiedliche Ereignisse einen Prozess ausmachen. Üblicherweise geht man von diesen gesonderten Abfolgen aus und setzt sie dann miteinander in Beziehung. Gendlin kehrt im Begriff der Umwelt # 2 diese Denkreihenfolge um: weder die Ereignisse, noch die Prozesse sind gesondert zu denken – d.h. nicht die Entitäten kommen zuerst, sondern der interaktive Bezug:

Interaffektion und Koordination sind Wörter, die die alte Annahme einer einfachen Vielheit mit sich führen, so dass die Dinge als sie selbst existieren und erst dann aufeinander bezogen werden können. Wir brauchen einen Satz, der nicht in diesem alten Sinne Sinn macht. Lasst uns das Muster, das wir formuliert haben, deshalb „ursprüngliche Interaffektion“ nennen. Diese macht nur Sinn, wenn wir begreifen, dass „sie“ aufeinander einwirken, bevor sie sie selbst sind. („„Interaffecting“ and „coordination“ are words that bring the old assumption of a simple multiplicity, things that exist as themselves and are only then also related. So we need a phrase that does not make sense in that old way. Let us call the pattern we have been formulating „original interaffecting“. This makes sense only if one grasps that „they“ interaffect each other before they are they. “ (Gene Gendlin: A Process Modell, Internetversion (http://www.focusing.org/process.html), Chapter IV-A, 5)

Mit Umwelt # 2 ist somit ein andersgeartetes Verstehen angesetzt, in dem Umwelt nicht nur in räumlichen Kategorien zu denken ist, als dasjenige, was rundherum ist, sondern als ein Interaktionsprinzip, welches den Rahmen setzt, in dem Lebendiges ist, wie es ist. „Here we are not calling it „environment“ because it is all around, but because it participates within the life process“. (Gene Gendlin: A Process Modell, Chapter 1, 1).   Umwelt # 2 ist demnach – nicht in statischer und auch nicht nur räumlicher Hinsicht – als ereignishafte Einheit zu denken, die den Organismus in einem beziehungshaften Geschehensgeflecht konstituiert, wo die herkömmlichen Kategorien von innen und aussen radikal verflüssigt werden. Diese Interaktionsverhältnisse machen den Körper zur Umwelt, die Umwelt zum Körper – geht man tiefer in den Körper hinein, so wird dieser zur Umwelt seiner selbst, werden gewisse Prozesse zur Umwelt von anderen Prozessen, jeweils in gegenseitiger Partizipation.

Der Zugang zu Umwelt # 2 ist uns näher als der zu Umwelt # 1, deshalb ist es erstaunlich, dass er in unseren klassischen Erfahrungsparadigmen so wenig präsent zu sein scheint. Die Stärke dieses Bezugs wird deutlich, wenn das Prozessgeschehen, den Umwelt # 2 ausmacht, ausbleibt bzw. unterbrochen oder gestört wird. Die Innenwahrnehmung, die entsteht, wenn diese Prozesse unterbrochen werden, dominiert jede andere Wahrnehmung. Dann fehlt „etwas“ dermassen massiv, dass uns die Bedeutung dessen, was fehlt, nicht erklärt werden muss. Wir brauchen für das „Erkennen“ dessen, was fehlt, keinen Begriff. Es ist uns durch und durch, durch unseren gesamten Organismus „bekannt“ und leibhaftig spürbar. Und genauso gesamthaft „erkennen“ wir dasjenige wieder, das gebraucht wird, damit der Lebensprozess weitergeht, (wenn wir beispielsweise den nächsten Atemzug machen).

Ich habe bereits gesagt, dass „erkennen“ hierfür „zu früh“ gebraucht wird. Die Wiederaufnahme (des Prozesses) kann auch bei Pflanzen und einfachen Tieren geschehen. Wir wollen Begriffe für dieses weitverbreitete Erkennen, so dass wir später elaboriertere Begriffe für entwickeltere Formen des Erkennens bauen können.( „I have already said that „recognize“ is used „too early“ here. This resuming can happen even with plants and simple animals. We want terms for this widespread recognizing, so that we can later build more elaborate terms for more developed kinds of „recognizing“. (Gene Gendlin, A Process Modell, Chapter IV-A, 2)

Dieser Vorbegriff von „recognizing“ berücksichtigt all jene Formen des (Er-)Kennens, die in einem fast organisch weiten Sinn gegeben sind. Gendlin hat diese Vorformen im Auge, weil er eine Verbundenheit, ein Kontinuum des Erkennens bis in seine abstrakten Spitzenleistungen vermutet und auch aufzeigen will. Die Auseinandersetzung mit diesen Kenntnisformen sind gleichsam Wurzelarbeit einer Epistemologie, der durch den Ansatz jener ursprünglichen Interaktion andere Räume eröffnet sind. Der informative Charakter jener Urformen des „recognizing“ beruht auf einer Implizität, die sich anfühlt, z.B. im Hunger, Durst, Atmen, im Druck des Bodens auf unseren Fuss. Wir wollen bei Gendlins Wurzelarbeit noch ein wenig verweilen. Aus diesem „inneren“ Datum nämlich, das erkannt bzw. gekannt werden kann in einer sehr grundlegenden, ursprünglichen Weise, entsteht, wie gesagt, der Lebensprozess, der das entsprechende Datum auch wieder hervorbringt. Die „inneren“ Gegebenheiten (z.B. des Drucks, des Hungers etc.) sind ihrerseits massgeblich beteiligt in der Hervorbringung der „äusseren“ Form. Dies ist für Gendlin eine Einsicht, die das Verhältnis der Kategorien von Aussen und Innen selbst als Interaktion ausweist:

Was „innen“ und „in“ heisst ist keine einfache Frage. Das einfache „in“ eines Hautumschlags nimmt einen positionalen Raum an, wo eine Linie oder Fläche ein „innen“ von einem „aussen“ trennt. Aber der Druck der Erde wird nicht nur auf die Sohle des Fusses ausgeübt, sondern verteilt sich auf das Bein in den Körper hinein. Von jedem einzelnen Knochen eines Tieres können Paläontologen nicht nur den ganzen restlichen Körper, sondern auch die Art der Umwelt und des Umfeldes, in dem das Tier gelebt hat, herleiten. Beim Atmen tritt Sauerstoff über den Blutkreislauf bis in die einzelne Zelle ein. Der Körper ist die Umwelt, aber die Umwelt ist auch im Körper und ist der Körper.( „What „inside“ and „in“ means is no simple question. The simple „in“ of a skin envelope assumes a merely positional space in which a line or plane divides into an „outside“ and an „in“. But the ground pressure is exerted not just on the sole of the foot but all the way up into the leg and the body. From most any single bone of some animal paleontologists can derive not just the rest of the body but also the kind of environment and terrain in which the animal lived. In breathing, oxygen enters the bloodstream-environment and goes all the way into the cells. The body is in the environment but the environment is also in the body, and is the body.“  -Gene Gendlin, Ebd., Chapter I, 3)

Aus der Umwelt # 2, deren adäquate Bedeutung nur in der Interaktion gegeben ist, entstehen demnach Folgen, die wiederum zu beobachten sind: Körperwachstum, Behausungen, alle materialen Spuren von Lebensprozessen. Aber der Prozess, der zu diesen Folgen geführt hat, ist getragen von etwas, das nicht beobachtet, sondern nur empfunden werden kann (oder vom eigenen Empfinden auf andere übertragen werden kann). Daraus entsteht Gendlin ein Prozessbegriff, der geleitet ist von einer ausrichtenden Implizität, die jeweils einen nächsten Schritt verlangt nach einer eigenen, undeterminierten Ordnung. Gendlin arbeitet damit unter der Hand eine Möglichkeit von „Relevanz“ heraus, die sich „von selbst“ ausweist.

Von selbst formiert ein Prozess nicht irgendein Ereignis. Das nächste Ereignen wird relevant sein, nicht aufgrund einer Definition, sondern aufgrund von dem, was den Prozess vorantreibt. Wir werden sehen, wie ein vorhergehendes Ereignis in der Formierung dieses Ereignisses funktioniert. Wir können Relevanz exakter definieren: es ist die Funktion bzw. die Rolle, die das Viele spielt in der Formation von Einem, vom Nächsten. […] Es ist mein Punkt, dass ein Prozess weder arbiträr noch nur logisch ist. („From itself, a process does not form just any event whatever. The next event will be relevant, not just by definition, but by carrying the process forward. We will be able to see how the preceding event has functioned in the formation of this one. We can define „relevance“ more exactly: it is the function performed by (the role played) the many in the formation of a given on, the next one. […] It is just my point that a process differs both from arbitrariness and from logic.“ (Gene Gendlin: A Process Model, Chapter IV A, 23)

An den einfachen Beispielen bleibt gut erkennbar, was Gendlin hier als Denkalternative zwischen den Polen einer willkürlichen Unordnung und einer logischen Festgelegtheit aufzuspannen versucht. Das Beispiel des Atemzugs macht deutlich, dass etwas relevant ist, weil es einen Prozess auf genau die Weise fortsetzt, wie es der spezifische Lebensprozess verlangt bzw. impliziert. Dabei handelt es sich um eine Fortsetzungsordnung, die präzise ist, wenn auch nicht nach logischen Kategorien. Nur wenn geschieht, was der prozesseigenen Implikation entspricht, ereignet sich die Fortsetzung. Die darin gründende Relevanz ist keine, die nur als Deutung, Interpretation oder Erklärung einem Prozess von „aussen“ zugetragen werden kann, sondern beruht auf bzw. in dem Geschehen, das sie ermöglicht: sonst stagniert etwas, hört auf, stirbt ab, stoppt.

Will man die „Gesetzmässigkeiten“ der Umwelt # 2 zusammenfassen, so bestehen sie in Begriffen, die in einem gegenseitig konstitutiven Verhältnis stehen: Implikation, Präzision des Ereignens und Relevanz. Die Implikation des Prozesses generiert einen Präzisionsanspruch – etwas ganz bestimmtes führt den Prozess fort. Im nachhinein kann „logisch“ verständlich werden, dass es so gekommen ist. Primär möchte Gendlin jedoch auf diese Art der Bedeutungshaftigkeit aufmerksam machen, die nicht auf Definitionen bzw. logische Mechanismen zu reduzieren ist. Später können Ordnungsschemata aufgestellt werden, aber nicht als Grundlage. Aus diesem Bezug erwächst ein spezifischer Relevanzbegriff: was kommt, ist relevant, denn es holt den Prozess ab, löst seine Implikation ein, führt ihn weiter, lässt neue Implikationen entstehen etc.: „A process is relevanting. This verb says both that a process occurs relevantly, and that the relevance is made by the process. What occurs makes itself relevant. So we cannot use relevance as if it were on another level from which one can predetermine what will occur.”( Gene Gendlin: A Process Model, Chapter IV A, 23. An anderer Stelle fasst Gendlin den Ansatz in Absetzung zur naturwissenschaftlichen Zugangsweise so zusammen: „Body-life is always interaction (body and situation). By saying that the body is interaction, we also say that it is-for carrying forward. The body implies its continuations in the environment (we could try to say); it implies its further events, and thereby it implies the environment with which it is an interaction – the air it will inhale, the food it will eat, all the things involved in its next steps. Now we can say: When these implied objects actually occur, then they carry body-life forward. They happen not just to the purely actual body, rather, objects happen into an implying. That begins a way to think how a simple objects makes so much more happen that it causes by traceable, patterned causation. Please don’t think that I denigrate traceable causation by patterns. Rather, we will see that great clarifying power in a wider context. We can think further. Let us say: Living bodies organize and imply their processes [….]. Where has science put the process that implies its own continuation? It has been moved into the concept of the “idealized observer” as we just saw. In physics, the current variables involve space-time locations, which are all comparisons, relative to an observer. A spot in space and time as an identity only in relation to the other spots; what happens at the spot knows nothing about other spots. Only for the observer is this spot here – from there. So also, a particle has an identity only as it is the same one here, which earlier was there. The observer provides the comparisons and differences. But, who observes the observer?“ (Gene Gendlin, Thinking Beyond Patterns: Body, Language, and Situations. Internet-Version (http://www.focusing.org/tbp.html), S. 63)

Zuhören impliziert nicht nur ein Zuhören des Anderen, sondern enthält eine Art Qualität, der wir auch „lauschen“, genauer gesagt, mit der wir verbunden sind, während wir dem anderen zuhören. Diese Verbundenheit mit der aus dem Gehörten entstehenden Resonanz in uns konstituiert einen wesentlichen Anteil unseres konzentrierten Zuhörens. Aus dieser spezifischen Resonanz heraus geschieht unsere Antwort, nicht nur als Reaktion auf die Worte allein (sonst wären Antworten sehr vorhersagbar, es würde keine grosse Rolle spielen, ob ich oder jemand anders zuhört).

Mit einer solchen, schwer zu benennenden Bedeutungsschicht vor der bzw. um die Wortbedeutung herum, aber niemals unabhängig von ihr, versucht Gendlin eine Sphäre von Bedeutungshaftigkeit in unserer alltäglichen Kommunikation anzusprechen, die mitbeteiligt ist in unserem Verstehen, aber nicht als feste Sinnform. Diese bedeutungstragende Schicht, die im Zuhören präsent ist, die aber auch unser Sprechen trägt, impliziert einen weiteren Schritt. Denn die Worte holen diesen Referenzpunkt oder die gespürte Bedeutung – Gendlin spricht von „felt sense“ – ab, lösen ihn ein, und verändern dadurch die „innere“ als auch die „äussere“ Situation der Sprechenden. Wenn die Worte das implizit Gespürte jedoch nicht „treffen“, dann bleibt es erhalten, wir fühlen es als Unbefriedigtes, vielleicht als dumpfe Unklarheit, als weiterhin treibenden Faktor, dem wir nachgehen können oder auch nicht. Treffen die Worte jedoch die implizite Bedeutung, geht eine Art Sinnfortsetzung vonstatten. Die Gesprächssituation als Ganze kann sich durch den gemachten Punkt verändern, derart, dass er sich auch „rückwärtig“ auswirkt – manches bereits Gesagte vermag nun in einem anderen Licht zu erscheinen – und natürlich auch nach „vorne“: das Gefüge des Gesprächs hat sich verlagert, eine neue Ausgangsposition ist entstanden, weitere Wortmeldungen müssen sich darauf einstellen.

Unser (kommunikatives) Verhalten geht mit einem ausrichtenden Spüren einher, wobei das Wort Spüren hier nuancierter beansprucht wird als sinnliches oder emotionales Spüren vorgibt (wobei es diese Arten von Spüren auch begleiten kann), und dass das Gespürte von einer Art ist, die sich nicht mit eindeutigen Inhalten festlegen lässt, sondern diese als weiter, komplexer, dynamischer „Humus“ hervorgehen lässt. Daraus erwächst gleichsam der Sinn, den wir artikulieren wollen. Dieser Boden – um im Bild zu verbleiben – ist dicht, komplex, „verwickelt“, entstanden aus all dem bereits (dazu) explizit Gedachten, Gehörten, Gelesenen, Gesehenen, Situativen, aus pragmatisch Kristallisiertem, Explizitem, das nicht mehr ausdrücklich reflektiert ist. Dennoch ist diese Grundlage höchst dynamisch – was das Bild sprengt –, weil sie im bezug zur jeweiligen Situation steht, von dieser hervorgerufen wird bzw. diese ihrerseits mitprägt. Dieser Kontext lässt einen verwobenen Begriff des Denkens entstehen, ohne chaotisch zu sein.

Offensichtlich geschieht Sprechen nicht immer entlang dieser Bahnungen, häufig sprechen wir an einem felt-sense vorbei, ohne es überhaupt zu merken. Dies mag auch mit dem Mangel einer entsprechenden Aufmerksamkeitskultur hierfür an Schulen, Universitäten oder im gängigen Gesprächsklima liegen. An unzähligen Fallbeispielen jedoch entfaltet Gendlin, wie der Ausgangspunkt von einem solchen Datum, mit dem wir uns einlassend in Verbindung setzen, sei er auch nur diffus, sich in einer Differenziertheit entfaltet, deren Reichhaltigkeit und Präzision ein Sprechen, dass sich vornehmlich an bekannte kategorielle Unterscheidungen hält, bei weitem übertrifft.

Quelle: Donata Schoeller, “Worüber man nicht sprechen kann, darüber kann man sprechen lernen: ein Vergleich zwischen Jacob Böhme und Gene Gendlin.” In Mystik und Schriftkommentierung, edited by Günther Bonheim und Petra Kattner, 71+–97. Berlin: Weißensee, 2007. [Böhme-Studien; 1]

***

Focusing ist ein von Eugene T. Gendlin begründetes theoretisches und praktisches Modell der Selbst- und Fremdwahrnehmung

Gendlin: >Focusing nenne ich die Zeit, in der man mit etwas ist, das man körperlich spürt, ohne zu wissen, was es ist. Was man aber weiß, ist, dass dieses körperliche Gefühl mit irgend etwas im Leben zu tun hat. Es kommt nicht nur daher, dass der Gürtel zu eng ist oder dass man zuviel gegessen hat. Vielleicht kann es sich sogar so anfühlen, aber man weiß von innen, dass es sich auf eine Situation oder einen Lebensaspekt bezieht. Oft weiß man nicht, worauf genau es sich bezieht, und selbst wenn man das weiß, trägt dieses körperliche Gefühl immer auch noch viele Bedeutungen in sich, die man noch nicht kennt.
Auf dieses Gefühl, das ich im Körper spüre, ohne zu wissen, was es genau ist, lenke ich meine Aufmerksamkeit und bleibe eine Minute oder eine Sekunde oder zehn Minuten dabei. Diese Zeit nenne ich Focusing.<

Mittels ‚Focusing’ trainieren wir Fähigkeiten der ‚Selbstwahrnehmung’ und ‚Fremdwahrnehmung’ in Gesprächen:

  • Die Fähigkeit, wahrzunehmen: Wahrnehmung erfolgt über das Bemerken von Unterscheidungen, von Differenzen. Dazu muss ich verlangsamen, hinhören, hinschauen, hinspüren: was ist alles da? Was finde ich vor?
  • Die Fähigkeit, die Wahrnehmung, die Richtung der Aufmerksamkeit lenken zu können: Kann ich etwas zum Gegenstand meiner Aufmerksamkeit machen und dann etwas anderes? Das kann ich aktiv tun, ich kann hin und weg, und das heißt: dort habe ich eine Wahl!
  • Die Fähigkeit , in verschiedenen Modalitäten wahrzunehmen, außen und innen, in meiner Person, meinem Körper, meinen Gedanken, Gefühlen, Empfindungen: in der visuellen Modalität (sehe/imaginiere ich etwas?), der auditiven (höre ich etwas, red ich mit mir selber, stelle ich mir Töne vor?), in der kinästhetischen (bewege ich mich, empfinde ich Körpersensationen, stelle ich mir Bewegungen/Berührungen vor?), der olfaktorischen (rieche/schmecke ich, kann ich mir Gerüche, Geschmacksrichtungen vorstellen?).
  • Die Fähigkeit, Wahrgenommenes zu trennen von meinen inneren Kommentar dazu, von der Beurteilung/Bewertung des Wahrgenommenen: Kann ich bemerken, wie eng das oft verknüpft ist? Kann ich eine Wahrnehmung (ich schwitze, ich fühle mich ärgerlich) unterschieden von einer Bewertung (und das finde ich blöd, das sollte nicht sein, das finden die andern sicher schrecklich) und diese beiden Dinge wieder auseinandernehmen (einzeln „begrüßen“, würde Ann Weiser sagen)?
  • Die Fähigkeit, meine Selbstbeobachtung zu schulen: Kann ich eigene Stereotypien, Vorurteile, Glaubenssysteme, Muster erkennen resp. mich darum bemühen, das zu tun?
  • Die Fähigkeit, das Wahrgenommene symbolisieren zu können: Kann ich aus dem Erlebens- in den Handlungsraum gelangen, indem ich das Wahrgenommene sage, ausdrücke, beschreibe, zeige, darstelle, vermittle, lebe …?
  • Die Fähigkeit zu radikaler Akzeptanz: bin ich in der Lage, alles, was ich auffinde, unterschiedslos zu akzeptieren, anzunehmen, mit freundlicher Neugier zu betrachten?

***

Unsere Umgangssprache ist eine ‚Apfelpflücksprache‘.

Hans-Peter Emil Dürr (* 7. Oktober 1929 in Stuttgart; † 18. Mai 2014 in München) war ein deutscher Physiker und Essayist. Dreimal war er im Direktorium des Max-Planck-Instituts für Physik, nämlich 1970–1971, 1977–1980 und zuletzt nochmals 1987–1992.

Hans-Peter Dürr: Im Grunde gibt es Materie gar nicht. Jedenfalls nicht im geläufigen Sinne. Es gibt nur ein Beziehungsgefüge, ständigen Wandel, Lebendigkeit. Wir tun uns schwer, uns dies vorzustellen. Primär existiert nur Zusammenhang, das Verbindende ohne materielle Grundlage. Wir könnten es auch Geist nennen. Etwas, was wir nur spontan erleben und nicht greifen können. Materie und Energie treten erst sekundär in Erscheinung – gewissermaßen als geronnener, erstarrter Geist. Nach Albert Einstein ist Materie nur eine verdünnte Form der Energie. Ihr Untergrund jedoch ist nicht eine noch verfeinerte Energie, sondern etwas ganz Andersartiges, eben Lebendigkeit. Wir können sie etwa mit der Software in einem Computer vergleichen.

Den Untergrund bildet also eine körperlose Form? Ein sehr fremdartiger Gedanke.

Ja, das ist unsere enge Denke. Wir müssen immer zuerst an Substanzen denken, ehe wir Beziehungsstrukturen verstehen. Nehmen Sie die Liebe. Wir stellen uns Liebe vor als Beziehung beispielsweise zweier Menschen zueinander. Aber die Liebe selber, dieses Dazwischen, bereitet unserer Vorstellung enorme Schwierigkeiten. Es sei denn, wir geben uns einfach hin und lieben.

Und genau dieses Dazwischen ist Gegenstand der Quantenphysik?

In gewisser Weise ja. Doch schon der Begriff Gegenstand führt in die Irre. Das ist ein Problem der Sprache. Wir verwenden lauter Substantive, wo wir Verben nehmen sollten. Das prägt unser Denken. Wenn wir über die Quantenphysik sprechen, sollten wir eine Verb-Sprache verwenden. In der subatomaren Quantenwelt gibt es keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen. Auch diese genannten Substantive müssten wir übersetzen in: Es bewegt sich, es läuft ab, es hängt miteinander zusammen, es weiß voneinander. So bekommen wir eine Ahnung von diesem Urgrund der Lebendigkeit. Besser gesagt: Wir ahnen und erleben.

Warum tun wir uns so schwer damit?

Weil unser Gehirn nicht darauf trainiert ist, die Quantenphysik zu verstehen. Mein Gehirn soll mir im Wesentlichen helfen, den Apfel vom Baum zu pflücken, den ich für meine Ernährung brauche. Unsere Umgangssprache ist eine Apfelpflücksprache. Sie hat sich herausgebildet, weil sie enorm lebensdienlich ist. Bevor ich eine Handlung ausführe, spiele ich diese erst einmal in Gedanken durch, um zu erfahren, ob sie zum gewünschten Ziel führt – ja oder nein? Das ist die zweiwertige Logik. Aber diese zweiwertige Ja-oder-Nein-Logik ist eben nicht die Logik der Natur. Die Quantenphysik beschreibt die Natur viel besser, denn in der Quantenwelt herrscht die mehrwertige Logik, also nicht nur Ja und Nein, sondern auch Sowohl/Als-auch, ein Dazwischen. Eben das Nicht-Greifbare, das Unentschiedene. Daran müssen wir uns gewöhnen.

Weiter gehts, immer weiter, zu keinem Ende gehts…….

Psyche – wäre dann also das Potential und die Aktualität aller möglichen Bewusstseinszustände einer Person im Zusammenleben mit anderen Personen in der Welt. Das wäre eine Definition von Psyche, und keine allzu schlechte, wie ich meine.

Man könnte das jetzt  noch weiter treiben. Denn man könnte fragen: was ist Bewusstsein? Und dann würde man merken, dass diese Frage genau das voraussetzt, wonach sie fragt: jemand der bewusstlos ist (weil tot, im Koma oder ohnmächtig), kann keine Fragen stellen, weil er jeden Sinn für Präsenz verloren hat. Wo war ich während meiner Ohnmacht? Wo war ich, während meiner Tiefschlafphasen? Wo werde ich sein, wenn ich tot sein werde? Wo war ich, bevor ich geboren worden bin?

Solche Fragen stellen sich, wenn man immer weiter geht. Man kann diese Fragen – es sind ‚metaphysische Fragen‘ – aber nicht  wissenschaftlich beantworten; daher klammert die Wissenschaft sie auch aus. Wenn das vorausgesetzt wird, wonach man fragt, dann nennt man in der Logik eine solche Operation ‚petitio principii‘, was nur ein anderes Wort für ’sinnlose Operation‘ ist, weil  es eine formal zirkuläre, und damit bedeutungslosse Operation ist. Hier enden offenbar unsere Denkmöglichkeiten. Denkend kann sich das Bewusstsein seiner selber nicht bewusst werden, weil alles Denken Bewusstsein schon implzit voraussetzt (die Situation wäre einem Fisch vergleichbar, der immer im Wasser leben, auf einmal fragte: ‚Was bitte schön ist denn das, was alle Wasser nenen?‘) Wissenschaft will aber alles begrifflich, rational, erfassen können. Der Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal hat daher zutreffend ausgesagt: „Das Herz hat seine Gründe, von denen sich der Verstand nichts träumen lässt.“

Das gilt auch für die Psyche: sie hat ‚Gründe, von denen sich der wisschenschaftliche Verstand nichts träumen lässt‘.Was sagt der wissenschaftlich orientiere Psychologe daher? „Die Psyche ist in ihrer Komplexität nicht beschreibbar.“ – Und recht hat er! Wäre sie nämlich von ihm beschreibbar, dann würde eine solche Beschreibung – um eine Metapher von Ludwig Wittgenstein aufzugreifen – alle Psycholgiebücher mit einem Knall ‚in Nichts auflösen‘..

Sehr wohl ist Psyche aber in all ihrer Komplexität ‚erlebbar‘, und zwar in jedem gegebenen Augenblick. Unsere Fähigkeit (unser Potential), uns und unsere Umwelt zu erleben, das macht subjektiv und objektiv gesehen den ’nicht beschreibbaren‘ Kern dessen aus, was man unter Psyche zu verstehen hat. „Wir erleben immer mehr, als wir begreifen können‘ hat der Quantenphysiker Physiker Hans-Peter-Dürr diesen Sachverhalt  treffenderweise ausgedrückt.

Man kann die Sache also 4-fach erkunden: von aussen (Wissenschft), von innen (Erleben) und beides zusammen – Wechsel zwischen Innen- und Außebetrachtung – und weder innen noch außen: das wäre dann die unmittelbare Wahrnehmung dessen, was gerade in einer gegebenen Situation der Fall ist (‚Beobachtung ohne Beobachter‘).

Von den ersten beiden Möglichkeiten wird ausgiebig Gebrauch gemacht. Die dritte und vierte Möglichkeit wird kaum benützt, obwohl gerade in diesen beiden Perspektiven jene Aspekte gelöst werden können, welche sonst rätselhaft bleiben müssen (z.B. der Geist-Materie-Dualismus, die Psycho-Somatik, die metaphysischen Aspekte, Dilemmata, etc.).

Warum das so ist? Weil Psyche – wie es die Alten schon ahnten – das ausdrückliche Erleben der Lebendigkeit selbst ist, aber eines, das sich selbst nicht als Ganzes , sondern nur vermittels TEILANSICHTEN seiner selbst begreifen kann. Unsere große Chance, nämlich selbstbewusste Wesen zu sein, macht damit auch unsere Crux aus: Wir setzen gewohnheitsmäßig unsere EXPLIZITEN Teilansichten von uns und der Welt mit dem Ganzen gleich (‚pars pro toto‘), ohne diese Kategorienverwechslung jemals zu erkennen.

Die Folgen dieser Verwechslung sind verheerend:

Wir halten unsere kognitivien LANDKARTEN der WIRKLICHKEIT für diese selber. „In WIRKLICHKEIT gibt es aber keine Gegenstände, keine Materie, keine Substantive, also Dinge, die wir anfassen und begreifen können. Es gibt nur Bewegungen, Prozesse, Verbindungen, Informationen.  Substantive müssten wir übersetzen in: Es bewegt sich, es läuft ab, es hängt miteinander zusammen, es weiß voneinander.“ Teilprozesse des Ganzen können wir wissenschaftlich einigermaßen zureffend beschreiben, das Ganze nie.

Und so zerstören wir wissenschaftlich und technisch die organisch-lebendigen Zusammenhänge, Dieses Faktum erleben wir subjektiv als Sinnentleerung, Einsamkeit, Angst, Gewaltzunahme und – objektiv – als Ökokatastrophe.

Wir können aber das Ganze erleben, aus ihm heraus leben. Jetzt. Jederzeit. In jedem Augenblick.

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