Was bleibt von der Psychoanalyse?

Was bleibt heute noch von der Psyhoanalyse gültig? Karl Kraus hat scheinbar früh die ‚Schwächen‘ der heute so viel kritisierten Psychoanalyse gesehen. Angeblich soll er geschrieben haben: „Psychoanalyse ist jene Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält“ und „Psychoanalyse ist mehr eine Leidenschaft als eine Wissenschaft“.

In diesen beiden Aussagen steckt fast die ganze zeitgenössische Kritik an der Methode Psychoanalyse. Die Analytiker seien überheblich und größenwahnsinnig, indem sie über alles die ‚Deutungshoheit‘ beanspruchten und ihre Deutungen seien zusätzlich so konstruiert, dass sie empirisch nicht widerlegbar wären.

Beides seien sichere Anzeichen einer ‚geschlossenen und fanatischen Geisteshaltung‘, einer bestimmten Form von Dogmatismus.

Ich lass das jetzt mal so stehen.

Was aber das unwiderlegbare Verdienst der Psychoanalyse war und ist, das sind ihre deutlichen Hinweise auf vor- und unbewusste mentale Prozesse. Ob es ‚das Unbewusste‘ gibt, als Entität, ist höchst fraglich. Ob  es Triebe gibt und psychischen Determinismus, ist ebenso fraglich. Was es aber mit Sicherheit gibt, das sind Prozesse der Unbewusstmachung und des gezielten und ‚interessierten‘ Vergessens. Hier gilt nach wie  vor alles, was die Psychoanalyse so präzise erforscht hat: all die verschiedenen Vorgänge der Verdrängung, Verschiebung, Projektion, Spaltung, etc.

Und auf diese Tatsache kann gar nicht deutlich genug hingewiesen werden!

Siehe auch: Why is there so much disorder in society?

Aussen und Innen

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