Tiefsitzende Verwirrung

Zutreffende Worte finden, für das, was man in sich und rund um sich vorfindet. Warum das so wichtig ist? Weil davon die Orientierung in der Welt abhängt, das Orientiertsein. Man sagt zu Recht, dass psychisch Kranke Schwierigkeiten haben, ‚orientiert‘ zu sein.

Aber wenn Millionen zugleich auf gleiche Weise desorientiert sind, dann nennt man das ‚Normalität‘, Rationalität. Wenn jemand glaubt, orientiert zu sein, obwohl er/sie konfus ist, dann wird daraus eine ‚Desorientierung 2. Ordnung‘, ein ‚verwirrtes Verwirrtsein‘. Fast nicht mehr heilbar!

In solchen Zeiten leben wir. Achtung! Es gibt einige ‚Orientierte‘, die gelten heute aber als ‚Spinner‘.

Wenn die Zeit aus dem Lot ist…………dann steht fast alles Kopf!

Die aktuelle Lebensweise macht uns alle mehr oder weniger ‚ver-rückt‘, und zwar so, dass wir uns – wie mir scheint – schleichend an den rapide anwachsenden Wahnsinn gewöhnen. Irgendwie doch so was wie verkehrte systematische Desensibilisierung.

Der progrediente Wahnsinn hat also eine ihm immanente Methode? Schaut ganz so aus…..

Wenn man diese Mechanismen zeitweise für sich suspendieren kann, dann glaubt man, inmitten eines Irrenhauses zu sein. Denn alle sägen an dem Ast, auf dem sie sitzen, fürchten sich vorm Fall, und sägen deshalb umso rapider weiter….
Alternativen gibt es aber – immer. Und ja, jeder von uns tut das, was er/sie kann und muss. Finde Folgendes von Schopenhauer treffend: „Jeder steckt in seinem Bewusstsein wie in seiner Haut und lebt unmittelbar nur in demselben. Deshalb ist ihm von außen nur schwer zu helfen.“ – Jeder überzeugt sich letzlich immer selber, oder? (Außer er ist subtilem Brainwashing ausgesetzt, so wie es heute abgeht)

Dann wird aber auch sofort klar: der ‚kategorische Imperativ‘ lautet in heutiger Version: „Verstehe den Anderen, wie Dich selbst“. Eine scheinbare Paradoxie, denn das ist offenbar ebenso deskriptiv wie präskriptiv gemeint. Diese Paradoxie löst sich aber auf, sobald man sich solcherart ‚ambivalent‘ ernsthaft(!) auf den Weg macht, anerkennt, dass wir lebende Paradoxien sind. Das ist die Aufösung der Paradoxie, d.h., als ‚Vorübergehende‘ sind wir sind ‚vergänglich‘, zugleich aber auch ‚zeitlos‘, weil wir uns als Vergängliche erkennen können. Goethe hat das wunderbar klar gesagt: „Wer das erste Knopfloch verfehlt, der kommt mit dem Zuknöpfen niemals zu Rande.“ Und zeigleich gilt auch: „Man geht nie weiter, als wenn man nicht mehr weiß, wohin man geht.“ –

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