WIEVIEL AN (LERN-) CHANCEN LÄSST DU TÄGLICH LIEGEN?

Young boy, 2 years, pointing surprised to the left in the sunset on a meadow.

(GERMANY OUT) Young boy, 2 years, pointing surprised to the left in the sunset on a meadow. (Photo by Classen/ullstein bild via Getty Images)

Wie steht es um Deine ‚Bewusstheit‘ im Umgang mit den Tatsachen des Lebens?

Der Jahreswechsel ist immer ein guter Anlass, sich solche Fragen zu stellen. Dazu ein kleiner aber feiner ‚Hinweis‘:

„Die Bewusstheit der meisten Menschen ist so unzureichend entwickelt, so armselig, dass die Betreffenden jedes neue Phänomen, das sie sehen, sofort – wie eine Maschine – in ein Muster oder Schema packen. Sie beziehen es auf Merkmale und Eigenschaften, die sie bereits kennen, und vergleichen es mit ihnen, so als weigerten sie sich, es als eine neue Sache zu betrachten. Das bedeutet, sie führen keine Selbstbeobachtung durch…. Selbst-Untersuchung ist nicht möglich, sie geschieht nicht. Sie ist in der Tat eine Illusion, wenn der Mensch – während er zuhört, denkt und schaut – die ganze Zeit urteilt und ‚das ist gut’, ‚das ist nicht gut’, ‚genau!’ oder ‚stimmt nicht’ sagt. Damit unterbricht er die Fähigkeit seiner Bewusstheit, klar und korrekt zu sehen. Wenn wir ein kleines Kind beobachten, dessen Bewusstheit sich entwickelt, können wir sehen, dass es einen unbekannten Gegenstand normalerweise anschaut ohne zu urteilen oder zu vergleichen. Wir sehen, dass es still wird. Es sieht und hört nichts anderes mehr. Es lässt sich nicht ablenken; es schaut einfach, und sieht, was es sieht. Das zieht seine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Es ist wie wir sagten, die Fähigkeit zu beobachten, während es sich selbst lauscht. Das Kind achtet auf nichts anderes, all seine Bewusstheit ist darin versunken. Diese Fähigkeit können wir nur bei Kindern beobachten oder bei denjenigen, die sich diese kindliche Tugend erhalten haben – manchmal hoch gebildete und gelehrte Menschen. Diese kindliche Tugend besteht in der Fähigkeit etwas anzuschauen, ohne das festgelegte mechanische Feedback vorzubereiten, sondern das Gefundene stattdessen zu erhellen, es ins Licht unserer Bewusstheit zu rücken und zuzulassen, dass sich der Mechanismus daran nährt und sättigt, ohne alle vorherigen Erwägungen und Urteile. Das ist die deutlichste Fähigkeit von Bewusstheit, die wir bislang erreichen können. Und ich meine, diese Bewusstheit kann in dem Maße erlernt und gelenkt werden, dass sie nicht nur in einen kurzen Augenblick im Leben der Menschen ausmacht. Wir können sie in etwas Systematisches verwandeln, in einen Zustand, den wir lernen und die meiste Zeit nutzen können…..Das Problem, über das wir sprechen, ist daher eigentlich ein anderer Ausdruck von etwas sehr Gebräuchlichem, der Erhaltung des labilen Systems, das unzählige neue Kombinationen ermöglicht, die wir als die Schemata eines kreativen Musters bezeichnen. Diese mentale Labilität, die Voraussetzung ist für Kreation, erlaubt freies Beobachten und neue Kombinationen, die sich aus dieser unvoreingenommenen und bedingungslosen Beobachtung ergeben. So gesehen findet eine De-Konditionierung von selbst statt, indem sie die Informationen nutzt, die wir aus der Außenwelt empfangen.“ – Moshé Feldenkrais, Verkörperte Weisheit. Huber 2013

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