Schau, dort drüben!

Denkfreiheit

Denkend kann man nicht über das Denken hinauskommen. Das war und ist eine Tatsache, welche u.a. von einem Philosophen wie Ludwig Wittgenstein gewürdigt worden ist  (seine radikale ‚Schlussfolgerung‘ war: ‚Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schweigen‘).

Denken kann aber als etwas gesehen werden, das  über sich selbst hinaus weist; so, wie man mit dem Finger auf etwas zeigt, und dabei sagt: „Schau, dort drüben! Siehst Du’s?“

Denken als eine – subtile – Form des Zeigens.

Wer denkt so? Wer schaut so?

Wenige. Sonst würden wir uns über verschiedene Formen, etwas zu bedenken, freuen. Der andere zeigt mir, was und wie er etwas sieht. Ich zeige ihm, was und wie ich es sehe. Das könnte unser beider Sehen definitv verbessern – verschiedene Aspekte der gegebenen Wirklichkeit würden so sichtbar werden.

Was aber tun wir  für gewöhnlich? Wir beginnen einen Streit, einen Kampf darum, welche Sicht die ‚richtigere‘ ist. Warum? Weil wir unsere Gedanken über die Wirklichkeit mit dieser selbst verwechseln.

Weil wir nicht – wie geboten – aus ‚mentaler‘ Stille heraus denken, beobachten. Weil nicht wir das Denken nützen, sondern das Denken uns benützt. Aber diese ‚Verkehrung‘ scheint ja das Programm der Moderne zu sein: ‚Ich denke, also bin ich‘.

Siehe auch: Dialog

 

 

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