Suche nach Geborgenheit und Sicherheit vertreibt die Liebe…….

Leider werden die meissten Partnerschaften zwecks gegenseitiger Bedürfnis-Stillung gelebt und erhalten.
Wenn Bedürftigkeit, Erwartung und Eifersucht in den Raum treten, schwindet die Liebe.
Die Suche nach Geborgenheit, Sicherheit und vertreibt die Liebe ebenso, wie der Versuch, in der Partnerschaft die eigene Einsamkeit zu kompensieren.

Liebe und Bedürftigkeit sind Begriffe, die oft mit einander verwechselt werden. Bedürfigkeit ist ein grosser Liebe-Vertreiber.
„Bedürftigkeit“ ist das, was wir empfinden, wenn wir uns vorstellen, dass es etwas ausserhalb von uns gibt, was wir jetzt nicht haben, wir es aber brauchen, um glücklich zu sein.
Weil wir glauben, dass wir es brauchen, werden wir alles tun, um es zu bekommen.

So leben wir einen „Bedürfnisaustausch“ oder „Bedürfnishandel“ und nennen dies „Liebe“. Gekoppelt an die Bedürftigkeit ist die Erwartung, denn im Rahmen dieses Bedürfnishandels liegt ja die Erwartung, dass der Gegenüber sich an den Handel hält.

Tut er das nicht, sind alle Wege offen für die Eifersucht, denn der „Handelspartner“ könnte ja wo anders seine „Geschäfte“ abwickeln. Dass aus dieser Einstellung natürlich viel Schmerz und Leid hervorgeht, ist unumgänglich

Unbewusste Erwartungen gehen einher mit emotionaler Anhaftung. Man sorgt nicht für seine eigenen Gefühle, sondern man lässt sorgen und bringt sich so in eine tiefe Abhängigkeit. Die Partnerschaft wird zur Droge und Sucht.

Einer unbewussten Erwartung folgt oftmals die Enttäuschung. Ent-Täuschung heisst Aufhebung einer Täuschung.
Der Enttäuschte kann dem Täuschenden (ja, derjenige, der die Erwartung auf sich projiziert bekommen hat ist tatsächlich, wenn auch passiver weise, der Täuschende) dankbar sein, dass der Täuschende ihn von seiner Täuschung befreit hat.
Stattdessen ist der Enttäuschte wütend (Emotion!) oder am Boden zerstört.

Erwartungen an den Partner fördern eine eingeschränkte Wahrnehmung in Bezug auf den Partner und die Partnerschaft. Sie verhindern, dass man seinen Partner so sehen und nehmen kann, wie er ist.
Stattdessen wird erwartet, wie er zu sein hat und man wird enttäuscht, wenn er nicht so ist, wie man es von ihm erwartet.

In Bezug auf Erwartungen könnte sich jeder selbst die Frage stellen, ob man sich selbst seinen Erwartungen gegenüber genügt; was damit gemeint ist, ist, dass man nicht etwas von jemanden erwartet, was man selbst nicht tut.
Man sollte in der Partnerschaft auf jeden Fall über Erwartungen sprechen. Die nicht ausgesprochenen Erwartungen richten viel Unheil an.
Wenn man Erwartungen gegenüber Anderen sehr reduziert; das heisst, sich davon freimacht, gewisse Verhaltensweisen zu erwarten…eine weitere Form der Freiheit, die man sich selbst und dem Gegenüber schenkt.

Erwartungen erzeugen Druck für beide Seiten. Man setzt sich unter Druck ob der Erwartungshaltung und man wird unfrei für andere Wege und der Gegenüber ist dann auch unter Druck, wenn er der an ihn gestellten Erwartung bewusst ist, was sich einschränkend auf das Verhalten auswirkt. .

Für Sicherheit ist nicht die Liebe zuständig, sondern das eigene innere Vertrauen, mit Hilfe des Inneren Vaters und der Inneren Mutter. Diese Komponenten sind in jedem von uns vorhanden, denn jeder hat Vater und Mutter in sich.

Ebensowenig ist die Liebe für die Vertreibung der Einsamkeit zuständig; wer sich einsam fühlt, der begebe sich dafür besser unter Menschen und in Gesellschaft.
Auch die Heilung seelischer Wunden fällt nicht in die Zuständigkeit der Liebe; für so etwas gibt es Seelsorger, Therapeuten oder geschulte Fachkräfte.

————–
Es ist nicht die Aufgabe des Partners, deine Bedürfnisse zu befriedigen.

Sehr häufig sind wir im ersten Stadium einer Beziehung von einem unbeschreiblichen Gefühl erfüllt.
Wir gehen davon aus, diese Beziehung müsse im Paradies geschmiedet worden sein; wir sind sicher,einen Menschen gefunden zu haben, der alle unsere Bedürfnisse erfüllen wird!

Andererseits sind wir für den Fall, daß dies nicht eintritt, ebenso fest davon überzeugt, diese Beziehung komme aus der Hölle.

Einer der grössten Fehler, die wir begehen, ist der, daran zu glauben, unser Partner müsse für alles sorgen, er müsse gleichzeitig unser herzallerliebster Papa sein, unsere fürsorgliche Mama, und alle unsere Bedürfnisse müssten ihm gleichermaßen am Herzen liegen.
Darin liegt gewiß nicht der Sinn einer Beziehung.

Die Erwartung, dein Partner habe deine Bedürfnisse zu befriedigen,wird ganz sicher die Beziehung belasten; du wirst unvermeidlich eine Abneigung entwickeln, unabhängig davon, ob dein Partner den Erwartungen gerecht wird oder nicht.

Schließlich wendet sich unser Gefühl gegen jeden, den wir als überlegen empfinden, eben weil er unsere Bedürfnisse erfüllt.

So gesehen, hat dein Partner keine Chance.
Sobald du ein ungutes Gefühl verspürst, wirst du davon ausgehen, dein Partner sei schuld. Sobald eines deiner Bedürfnisse nicht erfüllt wird, wirst du von deinem Partner ein Opfer erwarten, um dich zufriedenzustellen.

Darin kann nicht der Sinn einer Beziehung liegen.

Der Sinn einer Beziehung liegt darin, dich glücklich zumachen.
Dein Glücksgefühl kommt von deiner Fähigkeit, mit anderen Menschen in Verbindung zu treten, zu geben und zuempfangen,Unterschiede zu überbrücken und damit eine neue Ebene des Vertrauens, der Beziehung zuschaffen.
Wenn du feststellst, daß du heute nicht glücklich bist, so überprüfe deine Einstellung gegenüber deinem Partner.

Er ist nicht dazu da, deinen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Also, hinterfrage deine Grundeinstellung.
Sei bereit, diesen Fehler hinter dir zu lassen. Sei bereit, eine anders geartete Entscheidung zu treffen.

Sei offen für die Einsicht,daß dein Partner nicht da ist, um deinen Bedürfnissen gerecht zu werden, sondern gemeinsam mit dir Neues zu schaffen, die gemeinsame Verbindung mit Leben zu erfüllen, mit dir zu kommunizieren, zum gemeinsamenVoranschreiten beizutragen, Hand in Hand, und gemeinsam mi dir Wunden zu heilen, bis ihr beide wirklich und wahrhaftig glücklich sein könnt.

Leseprobe von Chuck Spezzano: http://www.randomhouse.de/book/editi…lse&edi=171370

Chuck Spezzano, der international renommierte Psychologe und Bestsellerautor, zeigt, wie jede Verbindung mit einem Mitmenschen unseren inneren Zustand spiegelt, unsere Probleme ebenso wie unser verborgenes Potenzial. Ob Partnerschaft, Familie, Beruf oder Gesellschaft – indem wir die geheimen Botschaften unserer Beziehungen richtig entschlüsseln, erhalten wir unschätzbar wertvolle Wegweiser für Selbstverwirklichung und persönliches Wachstum. Schritt für Schritt wird es möglich, unbewusste Probleme zu erkennen, aufzulösen und innerlich wieder heil zu werden – für ein Leben im Einklang mit unseren Mitmenschen und unserem wahren Selbst.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s