Denken & Gefühle

Gefühle stellen Zusammenhänge her, gewichten Denkinhalte und bestimmen, was im Gedächtnis gespeichert wird und was nicht. Sie bestimmen die Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit.

« Es gibt kein Denken ohne Gefühl, ohne affektive Komponenten, die Form, Inhalt und Fokus des Denkens in hohem Mass bestimmen.»

Den Gefühlen oder Emotionen (lateinisch bedeutet motio Bewegung) wird eine Reihe wichtiger Funktionen zugeschrieben: Sie sind «Motoren» oder Mittler von Denkleistungen, Wahrnehmungen und Tätigkeiten. Gefühle stellen Zusammenhänge her, gewichten oder hierarchisieren Denkinhalte und bestimmen, was im Gedächtnis gespeichert wird und was nicht. Die Psychologie spricht von zustandsabhängigem (gefühlsbestimmtem) Lernen und Erinnern. Gefühle «wirken wie Schleusen oder Pforten, die den Zugang zu den Gedächtnisspeichern öffnen oder schliessen». Freud nannte die «verstopften Schleusen» Widerstände. Gefühle bestimmen die Ausrichtung der Aufmerksamkeit: Dem Verliebten hängt der Himmel voller Geigen, Dunkles wird ausgeklammert. Im Zorn, in Zuständen der Angst oder Trauer wird die Welt verschieden wahrgenommen. Gefühle sind wie Filter («Komplexitätsreduktoren»), d.h., sie sortieren die Unmengen hereinkommender Informationen und Sinneseindrücke. Diese Filter erfüllen eine wichtige Aufgabe. Denn wir ertragen gegensätzliche Gefühle nicht gleichzeitig. Bei Versagen des Gefühlsfilters, fachsprachlich «selektive Wahrnehmung» genannt, drohen psychische Störungen wie Schizophrenie, Depression oder Zwangskrankheiten.

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