Die ‚Perfektionismus -Falle‘

Siehe auch: Dilemmata auflösen

Burn-out trifft Idealisten und Perfektionisten!

Tipps für Perfektionisten

„…. Ich muss mich selber verurteilen, weil ich nicht perfekt bin. Und allein schon die Tatsache, dass ich mich verurteilen muss, zeigt ja, dass ich nicht perfekt bin. Daher muss ich mich……“

Was war zuerst, die Unvollkommenheit oder die Verurteilung, Henne oder Ei? Wie kann man  eine solche Frage entscheiden? Wie kommt man aus so einem Dilemma heraus?

Gar nicht. Außer, man sieht auf Anhieb die Sinnlosigkeit des ganzen Unterfangens ein. Perfektionismus ist eine tödliche Falle. Sobald man das klar sehen kann ist man fertig damit. Basta. Warum?

Man strebt ja nur deswegen nach etwas wie ‚Vollkommenheit‘, weil man es in der eigenen ‚Unvollkommenheit‘ nicht aushält. Genau dieses Streben macht ja das, was man ‚Perfektionismus‘ nennt, aus: man hasst sich, weil man  sich als ‚imperfekt‘ wahrnimmt.

Und weil Perfektionisten nie ‚perfekt genug‘ sein können (‚Das Bessere ist Feind des Guten‘), deshalb steigert sich im Lauf der Zeit die Unzufriedenheit von Perfektionisten. Sie werden gemäß ihrer paradoxen Logik mit sich immer unzufriedener, je ‚perfekter‘ sie werden. Genug kann nie genügen!

Und wenn hartgesottene Perfektionisten diese Worte hören oder lesen, dann wollen sie sofort und ‚perfekt‘ vom Perfektionismus los kommen. Billiger geben sie es nicht, das wäre tief unter ihrer Würde. Einmal in die Perfektionismusfalle gegangen, immer in der Falle!

Ausweglos?

Ja, solange nicht – und ohne ‚Wenn und Aber‘ – der Perfektionismus als das gesehen wird, was er ist: eine Falle.  Und solange nicht mit einer derartigen Wahrnehmung das eintritt, was die natürliche Reaktion jedes Lebewesens angesichts einer erkannten tödlichen Falle ist: Sich von der Falle fernhalten. Den Köder nicht anfassen, so köstlich er auch scheinen mag (und wahrscheinlich auch tatsächlich ist).

Wie fängt man in Afrika auf einfachste Weise wilde Affen? Man gibt eine Menge köstlichster Nüsse in ein Glasgefäß, dessen Öffnung gerade groß genug, dass ein Affe seine Hand hinein stecken kann. Dann stelle man dieses Gefäß an einen unbeobachteten Platz. Wenn sich nun ein zufällig vorbeikommender Affe ein Faust voll köstlicher Nüsse herausnehmen will, dann steckt er unerbittlich fest. Falle! Funktioniert perfekt mit Affen…. Man möchte jedem Perfektionisten daher zurufen: ‚Mach aus Dir keinen Affen!‘ Aber ein waschechter Perfektionist wird diesen Zuruf sofort als Einladung zu perfektionistischem Handeln deuten…. Na dann!

Es ist bereits alles Nötige zum Thema gesagt worden. – Der Rest ist Schweigen und stummes Leiden.

let go

Die Perfektionismusfalle nach Franz Kafka:

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