Die Einheit von Denken, Fühlen und Handeln

Denken, Fühlen und Handeln sind eine Einheit.

Es geht im Rahmen der Wahrung von psychischer Gesundheit primär darum, in vollen Kontakt mit seinen Gefühlen zu kommen – und im voll bewussten Erleben und Erkunden der Gefühle diese ganz ausdrücken und erkennen zu können. Dieses freie und achtsame Erkunden verwandelt dann die alten Einstellungen, wobei destruktive und defensive Verhaltensmuster sich im Verlauf des Erkundungsprozesses in neue, kreative Muster verwandeln. Und diese Veränderungen passieren gleichermaßen im ‚Innen‘ wie im ‚Außen‘:

Denn alle drei Dimensionen der eigenen Identität (Affect, Behavior, Cognition – Gefühle, Verhalten, Einstellungen/Kognitive Konzepte)  beeinflussen sich wechselseitig:

Einstellungen über mich und meinen Wert, über die Welt und wie sie mich behandelt, werden meine Gefühle und mein Tun beeinflussen. Mein Verhalten wird Einfluss darauf haben, wie andere auf mich reagieren. Das wiederum wird Einfluss darauf haben, wie ich mich fühle. Die Einstellungen, die ich dazu habe, wie andere sich verhalten, wird Einfluss darauf haben, wie ich mich fühle und was ich daraus mache. Meine Einstellung zu Gefühlen und zum Ausdrücken von Gefühlen bewirkt, ob ich meine Gefühle wahrnehme und ob ich die Gefühle, die ich wahrnehme, zeige oder nicht.

Es ist nicht komplizierter, aber auch nicht einfacher. – Das ‚Schwere‘ daran ist, dass wir gelernt haben, uns für bestimmte Aspekte unserer Handlungen und Gefühle und Gedanken zu ‚schämen‘, was dazu führt, dass wir diese vor uns und anderen verstecken. Noch vertrackter sind die tiefsitzenden Konditionierungen, die reflexartig funktionieren. Wir ’sind‘ sosehr dieses konditionierte funktionieren, dass wir keinen Abstand dazu gewinnen können, ja gar nicht wissen, dass ein solcher möglich ist. DIESES VERSTECKTE FUNKTIONIEREN BLOCKIERT aber jede Entwicklung und wird mit und in der Zeit zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. So bleibt man dann tatsächlich ‚stecken‘ und  bekommt damit den Beweis, dass die eigenen Gefühle und Gedanken ‚wahr‘ sind. Man fühlt sich nur sauschlecht und weiß  keinen Ausweg mehr….. Die ‚Einheit‘ von Denken, Fühlen und Handeln ist einem dann abhanden gekommen.

Und ohne – die verlorene Einheit wieder herstellenden – Kontakt zu dem, was  da blockiert (nämlich bestimmte Komplexe von ‚Gefühlen-Gedanken-Verhaltensgewohnheiten‘), gibt es auch keinen ‚Ausweg‘. Dazu  braucht man aber öfters mal intensiven Kontakt zu Menschen, die ‚frei‘ (bzw. ‚freier‘) sind, die nicht so ‚blockiert‘ sind. Oder ‚Auszeiten‘ in einer ‚gesunden Umgebung‘ oder Ausgleich in ‚kreativer Tätigkeit’….

Man muss diese FREIHEIT aber in seinen ‚Alltag‘ herüber holen können, sonst werden alle diese ‚Regenerationsbemühungen‘ zu nichts anderem als zu Fluchtbewegungen aus diesem Alltag heraus (und dienen dann bloss dazu, den ’schrecklichen Alltag‘ besser ‚aushaltbar‘ zu machen, d.h. ihn zu stabilisieren). Das ist nicht leicht, denn  wir machen bereits sprachlich eine strenge Unterscheidung zwischen ‚Freizeit‘ und – ja wie heißt das Gegenwort? ‚Unfreizeit‘ in etwa? – ja, ARBEITSZEIT. Als ‚Arbeitende‘ sind wir UNFREIE…..

Frage an alle: Kann es denn kein ‚befreites Arbeiten‘ geben? Doch, doch….aber dann und nur dann, wenn Denken, Fühlen und Handeln als eine Einheit gelebt und erlebt werden.

Und pragmatisch gesehen, heißt das was genau? Lernen ‚inne zu halten‚:

“Wir wurden daran gewöhnt, Problemen aktiv zu begegnen, sie möglichst rasch zu lösen, sie zu „bekämpfen”. Im Tun allein meinen wir uns bereits lösend auf dem richtigen, einzig möglichen Weg. Was oft auf der Strecke bleibt, ist gründliche Betrachtung, Genauigkeit, Analyse. Langfristigkeit…….Was kann diesem rastlosen Tun Einhalt verschaffen, es vor sich selbst zur Ruhe kommen lassen? Eine Unterbrechung, die uns erst frei macht für Rundblick und Ausschau. Denn rastlose Tätigkeit hängt am Speziellen und dem nahe liegenden Ziel, sie hat in ihrer Distanzlosigkeit zu sich selbst von sich keinen Begriff.“

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